Freitag, 3. April 2009

Rückflug

So, die Zeit ist fast um. Heute Nacht geht's los über Miami und New York wieder nach Hamburg. Eine ewig lange Rückreise, Montag (6.4.) Morgen sind wir wieder da.
Bilder von Bogotá und so zeigen wir Euch dann so...
Hasta pronto y un feliz fin de semana!

Villa de Leyva 28. - 29.03.

Der letzte Ausflug in Kolumbien ging ins Bundesland Boyacá nord-östlich von Bogotá zu einem Freund, der mal Austauschschüler am OHG war. Er studiert in Bogotá und wir sind mit ihm mit dem Bus nach Tunja zu seiner Familie und weiter mit allen nach Villa de Leyva gefahren. Der Ort ist klein, aber total schön, viele Häuser sind aus der Kolonialzeit erhalten geblieben oder (per Gesetz) in diesem Stil gebaut worden. Die Familie hatte dort ein schönes Ferienhaus.
Leider war das Wetter extrem schlecht, immer wenn wir in der "Innenstadt" waren, hat es in Strömen geregnet, so dass man draußen praktisch nichts machen konnte.

Abends gab es unser erstes kolumbianisches Raclette, hier mehr als Bratgerät benutzt, einfach alles gleichzeitig oben drauf und fertig - Pfannen wurden auch benutzt, aber weniger ;-) ! (Ich hab mich natürlich doch mehr der Pfannen bedient, Baschi fand's toll!)

Morgens war das Wetter dann zumindest für ein paar Stunden gut, so dass wir zu einem Wasserfall in der Nähe fahren konnten. Vor kurzer Zeit ist dort eine Mexikanerin auf mysteriöse Weise gestorben, man munkelt, sie dachte sie könnte fliegen... Übrigens, Villa de Leyva wird über die Grenzen Kolumbiens hinaus immer bekannter für Magic Mushrooms. Zusammenhänge sind reiner Zufall. ;-)
Nachdem auch der dritte Versuch, den Ort im Trockenen zu besuchen gescheitert war, sind wir über Tunja wieder zurück gefahren. War auf jeden Fall lustig und schön, die Leute zu sehen und außerdem das erste Mal in der ganzen Zeit hier, dass wir Pech mit dem Wetter hatten.

San Agustín 20.- 24.03.

Unser nächster Programmpunkt war ein Wochenendausflug mit unserer Gastfamilie in den Süden des Landes (Bundesland Huila). Da die Fahrt sehr lange gedauert hätte und unsere Gasteltern ungefähr überall in Kolumbien Freunde zu haben scheinen, haben wir dann auch etwa in der Mitte des Weges auf einer Finca übernachtet (die Hängematten waren nur zum chillen, es gab auch Betten).
Am nächsten Tag ging's weiter in Richtung Pitalito, einer kleinen Stadt in der unser Hotel war.
In Pitalito ging gar nix. Tagsüber war schon nichts zu finden, was man hätte machen können und abends haben wir verzweifelt versucht, eine Bar zu finden, die andere Getränke als Bier verkauft. Nachdem wir durch die halbe Stadt gelaufen sind, haben wir dann zu unserer Freude eine "Cocktailbar" gefunden, zumindest nannte sie sich so. Daran, dass nach der Bestellung in vielen kleinen Restaurants und Bars erstmal jemand losrennt und das Bestellte einkauft, haben wir uns schon gewöhnt. Dass man aber bei Cuba Libre und einem anderen Cocktail, der nur aus drei Zutaten bestand, so viel falsch machen kann, hätten wir nicht gedacht. Ich kann mich nicht erinnern, in meinem Leben jemals einen Cocktail weggekippt zu haben, aber das ging echt mal gar nicht...der Cuba Libre kam übrigens auch aus dem Shaker! ;-)

Den nächsten Tag haben wir in San Agustín, dem eigentlichen Ziel der Reise, verbracht. Dort lebte ca. 100 bis 800 n.Chr. ein Volk, das große Steinstatuen hinterlassen hat. Die sind Unesco-Welterbe und im ganzen Land bekannt. Wir haben sie uns also angeguckt (verteilt über einen riesigen Park, weil die meisten da stehengelassen wurden, wo man sie gefunden hat) und sind dann weiter bis kurz vor die Quelle des größten Flusses des Landes (Río Magdalena), wo man ein bisschen auf Steinen über den Fluss laufen kann. Endlich haben wir in Kolumbien auch mal Kaffeepflanzen gesehen, denn Kaffee kann nur in bestimmten Höhenlagen angebaut werden.
Die gesamte Gegend ist total schön, wieder was komplett anderes und wir haben auf dem Rückweg sogar einen Berg mit Schnee (in entsprechender Entfernung gesehen).
Ansonsten ist es dort ländlicher als weiter im Norden und der Mitte des Landes. Bis vor sieben Jahren hatte dort die Guerilla viel Macht und viele Leute mussten Schutzgeld bezahlen. Heute hat das Militär fast alles unter Kontrolle, die Gegend um die Grenze zu Ecuador ist allerdings immer noch nicht ganz sicher. (Waren davon aber noch 400km oder 8 Stunden Berg-Auto-Fahrt davon entfernt.) Was sich in diesen sieben Jahren geändert hat, ist schon krass, besonders wenn man halt da ist und die Leute erzählen, wo man früher überall nicht hin konnte (auch als Kolumbianer) und was alles passiert ist.
Wir haben auf jeden Fall viel mehr Pferdewagen gesehen und endlich mal die als Souvenir überall im Land erhältlichen Chivas live und in action, besetzt bis zum letzten Platz. Da die Anschnallpflicht hier nur für den Fahrer und Beifahrer gilt, sind der Phantasie der Pasagiere keine Grenzen gesetzt! ;-)


Fast hätte Baschi sich noch einen Hut gekauft, aber der Transport wäre doch eher schwer geworden und im Flugzeug aufsetzten hätte auch nicht gepasst...

Unten: Tabaktransport im LKW und ein Verkäufer, der wahrscheinlich um sein Geld geprellt wurde und daher verzweifelt versucht, den Bus noch zu erreichen. Vielleicht zeigt er aber auch nur großes Engagement beim Verkauf... ;-)